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Das JeKi-Revier

Jeki-Revier

Besuch aus Frankreich

Die neunte Arbeitsphase war für das KinderOrchesterRuhr (KOR) besonders aufregend. Denn vom 25. - 29. November 2010 hatte das KOR Besuch aus Frankreich: Das Jeune Orchestre Symphonique de Lille war mit seinen 80 Mitgliedern zu Gast im Ruhrgebiet. Drei Tage lang verbrachten die jungen Musiker sehr viel Zeit zusammen. Sie gingen gemeinsam zur Schule, aßen Pizza oder machten den Essener Weihnachtsmarkt unsicher. War das alles? Nein! Die beiden Orchester mussten natürlich auch sehr viel proben. Schließlich stand ein Konzert in der Philharmonie Essen auf dem Programm. Doch die Mühe hat sich gelohnt, das Konzert war ein voller Erfolg. 600 Gäste bedankten sich mit minutenlangem Applaus.

Willst Du mehr über das Austauschwochenende erfahren?
Hier hast Du die Gelegenheit, zu sehen und zu lesen, was Emily und Josie vom KOR über die Orchesterbegegnung zu erzählen haben!


Josies Tagebuch...

Donnerstag, 25.11.2010
Am Abend war es beim Eintreffen des Orchesters aus Lille in Essen recht chaotisch, denn jeder aus meinem Orchester, der Gastmusiker aufnahm, wollte seinen oder seine unbedingt schnellstens finden. Alle waren mit Schildern der Namen ihrer Gäste bewaffnet, auch ich selbst hatte ein rotes mit „Jael et Li“ darauf. Es dauerte eine Zeit, doch dann hatten meine Mutter und ich unsere Musikerinnen, die Cello und Kontrabass spielen, gefunden und fuhren mit ihnen nach Hause. Die beiden waren sehr müde und nachdem wir etwas zusammen gegessen hatten, gingen sie sofort ins Bett.

Freitag, 26.11.2010
Die beiden mit in die Schule zu nehmen, war das Verrückteste, was mir in den letzten Wochen passiert ist, denn schon in der zweiten Stunde, Englisch, ging es komisch los: Meine Englischlehrerin versuchte mit Li und Yael Französisch zu reden, obwohl ich ihr vorher gesagt hatte, dass die beiden ein bisschen Englisch sprechen können. Auch der Rest des Vormittags mit Geschichte und Mathe verlief so ähnlich, und
ich war echt froh, als die Schule endlich vorbei war, auch wenn es spannend war, damit klar zu kommen, dass man nicht alles so vermitteln kann wie man will, damit andere es verstehen, 
die nicht Deutsch können beziehungsweise verstehen. Nach der Schule ging es ab nach Bochum, wo wir zusammen das franzö-sische Stück „Fantaisie burlesque“ probten.

Samstag, 27.11.2010
Diesen Morgen war nichts mit Ausschlafen, denn von 10 bis 18 Uhr lagen vor Yael, Li und mir acht Stunden Orchesterprobe in Bochum. Bis zum Mittag aber probten wir in den zwei Orchestern getrennt, um die einzelnen Stücke noch mal zu üben. Doch dann kam, bevor es in der Probe zusammen weiter ging, erst mal das heiß ersehnte Mittagessen; Pizza (riesig groß) kommt immer gut an, auch bei Franzosen. Nach der einstündigen Mittagspause machten wir also alle zusammen Probe, um den Ablauf des Konzertes hinzubekommen, was bis abends dauerte.

Sonntag, 28.11.2010 
Heute machten wir die Essener Philharmonie unsicher. (Naja so schlimm war es dann doch nicht!) Erst mal hatten wir Stell- und Durchspielprobe. Das Innere des riesen Gebäudes der Philharmonie Essen war sehr beeindruckend und sehr groß, denn 1600 Zuschauer mussten in den Saal passen. Dann hatten wir Pause bis Konzertanfang; wir erkundeten das Konzerthaus. 

  Dann versammelten wir uns alle in unserer
  Garderobe, um dort auf unseren Auftritt zu  
  warten. Wir wurden per Durchsage hinter die
  Bühne gerufen, wo wir dann mucksmäuschen-
  still sein und auch warten mussten, bis wir 
  endlich, als die Franzosen „Eine kleine 
  Nachtmusik“ von Mozart gespielt hatten, auf 
  die Bühne konnten, um unser erstes von zwei Stücken zu spielen. 

Während des Konzerts blieben immer die beiden Orchester auf der Bühne, auch wenn nur eines spielte und am Ende spielten wir erst die Uraufführung der „Fantaisie burlesque“ und dann für das letzte Stück (Zugabe nicht eigerechnet) „Jupiter Bringer of Jollity“ setzten wir uns dann alle in ein großes Orchester. Dieses Stück mussten wir auf Wunsch der Zuschauer dann nochmal spielen. 

Nach dem Konzert gab es für alle noch einen
leckeren Imbiss und dann ging es für alle auf den Weihnachtsmarkt, wo wir in Gruppen durch-schlenderten. Abends fuhren wir erst noch zu einer Orchesterfreundin und deren Gast. Dort wollten Li und Yael nachher ungern weg, denn sie hatten ja dort gleichgesinnte Franzosen. Zuhause sahen wir noch „LOL – Der Film“, allerdings auf Französisch, sodass ich kein Wort verstand. Wenigstens hatten meine Gäste einen schönen letzten Abend, an dem wir uns besser verstanden denn je zuvor.

Montag, 29.11.2010
An diesem Morgen hatte ich wieder Schule, doch Li und Yael konnten noch schlafen. Deshalb konnte ich sie nur flüchtig verabschieden, was sehr schade war und ist. Zum Glück habʼ ich ihre Adressen, damit wir weiter in Kontakt bleiben können und außerdem werde ich sie ja wiedersehen, wenn mein Orchester 2011 nach Lille fahren wird. Da freuʼ ich mich schon drauf… 
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Wie Naïs und Astrée vom Jugendorchester aus Lille die Zeit im Ruhrgebiet fanden? KOR-Reporterin Emily hat nachgefragt!

Naïs und Astrée sind Mitglieder des Jeune Orchestre Symphonique de Lille und waren vom 25. - 29. November 2010 Emilys Gäste. Naïs ist 12 Jahre alt und spielt im Orchester Cello. Astrée ist 13 Jahre alt, ihr Instrument ist die Violine.

1. Wie alt warst Du, als Du angefangen hast, ein Instrument zu lernen?
Naïs: Ich habe mit 7 Jahren angefangen. 
Astrée: Ich habe mit 7 Jahren angefangen. 

2. Spielst Du noch andere Instrumente?
Naïs: Ja, ich spiele seit drei Jahren die Gambe und seit diesem Jahr auch Oboe.
Astrée: Ja, ich spiele auch noch Gitarre. 

3. Seit wann spielst Du in einem Orchester?
Naïs: Ich spiele seit vier Jahren im Orchester.
Astrée: Ich spiele auch seit vier Jahren im Orchester.

4. Wie bist Du zum Jeune Orchestre Symphonique de Lille gekommen?
Naïs und Astrée: Unser Orchester ist ein privates Orchester, welches ausschließlich aus Schülern unseres Collège besteht.

5. Wie findest Du es, gemeinsam mit dem KinderOrchesterRuhr Musik zu machen?
Naïs: Der Dirigent des KOR arbeitet ganz anders, aber es macht mir viel Spaß, vor allem auch mit Emily, meiner Austauschpartnerin, zu spielen.
Astrée: Ich fand es großartig mit dem KinderOrchesterRuhr gemeinsam zu spielen, denn die deutschen Kinder sind sehr nett. Der deutsche Dirigent dirigiert zwar anders als unsere Dirigentin, Caroline, aber es klappte auch gut.

6. Welches von den Stücken, die Ihr mit dem KOR gespielt habt, magst Du am liebsten?
Naïs: Ich bevorzuge den Schluss „Jupiter…“
Astrée: Ich mag sehr gern „La fantaisie burlesque“ von Carrière und besonders die Passage „jouer à la harpe“.

7. Was ist für Dich das Besondere an diesem Austausch?
Naïs: Mit einem anderen Dirigenten zu arbeiten und mit einem anderen Orchester, dem KinderOrchesterRuhr, zusammen zu spielen.
Astrée: Der Austausch war interessant, denn wir konnten die Deutschen besser kennenlernen, aber auch lernen, uns anzupassen bzw. umzustellen auf das andere Arbeiten des deutschen Dirigenten.

                                                           
  8. Findest Du, dass Euer Orchester und  
  das KOR sich ähneln? Was ist bei Euch 
  anders?
 
  Naïs und Astrée: Ja, die Form ist identisch. 
  Unterschiede bestehen darin, dass man nicht 
  gleich spielt und die beiden Dirigenten sind 
  völlig verschieden. 


9. Warst Du vorher schon einmal in Deutschland?

Naïs: Ja, in den Winterferien war ich mit meiner Mutter in Berlin und als kleines Kind auch in anderen Orten.
Astrée: Ja, ich war schon mal in Deutschland, in Berlin und in anderen Orten. 
                        
10. Wie gefällt es Dir hier?

Naïs: Es gefällt mir gut, das ist ein angenehmer Aufenthalt, wir wohnen gut und wir wurden freundlich willkommen geheißen.
Astrée: Meine Gastfamilie ist super und der Aufenthalt hier war fantastisch. 

11. Welches deutsche Wort gefällt Dir am besten? Warum?
Naïs: „Tschüss“, denn das kann ich mir gut merken.
Astrée: Mir gefällt das Wort „warum“, denn sagt man „pourquoi“ überlegen die Leute stets, bevor sie antworten, aber das zählt nicht, weil ich nicht viele Worte im Deutschen kenne.

12. Was möchtest Du später machen? 
Möchtest Du als Musiker arbeiten, wenn 
Du erwachsen bist?

Naïs: Ich möchte Hebamme werden, denn seit 
ich klein bin, möchte ich in der Medizin arbeiten, oder auch als Musiklehrerin für Cello oder Gambe.

Astrée: Ich möchte später gerne Schauspielerin werden. Falls nicht, werde ich sicherlich Violinen- oder Gitarrenlehrerin. 

13. Gibt es irgendetwas, was Dir hier nicht so gut gefallen hat oder was Du anders machen würdest, wenn Du einen Austausch organisieren könntest?
Naïs: Die Organisation vor dem Konzert. Denn selbst Caroline Dooghe und der Dirigent des KOR wussten nicht, wo wir uns aufstellen sollten. Hätte ich diesen Austausch organisieren müssen, würde ich die Proben bereits an dem Ort machen, an dem das Konzert stattfindet, um am Auftrittstag selbst rechtzeitig bereit zu sein. Außerdem wäre es schön gewesen, wenn wir mehr Zeit mit unserer Austauschschülerin hätten verbringen können.
Astrée: Ich fand den Aufenthalt super und spannend; ich habe nichts hinzuzufügen.

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Aktuelles

Bundesweites Treffen der JeKi-Programme

Anfang des Jahre kamen in Leipzig die Leiter der bundesweiten JeKi-Programme aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen und Hessen zu einem Treffen zusammen und haben sich zum „Verbund Jedem Kind ein Instrument Deutschland“ zusammengeschlossen. Zur Sprecherin des Verbundes wurde Birgit Walter gewählt.
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